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Unfälle mit Landminen; bis heute trauriger Alltag in Laos und Kambodscha

Laos und Kambodscha kämpfen mit einem traurigen Erbe. Unzählige Gebiete sind verseucht durch Landminen. Bis heute explodieren immer wieder Blindgänger; und es trifft meist die, die sowieso schon nichts haben. Arme Bauern bei ihrer täglichen Arbeit auf dem Feld oder Kinder, die die kleinen “Bombies” für Spielzeug halten. 

 

Laos ist das meist bombardierte Land der Welt. Im Süden wurde es durch die Amerikaner bombardiert,  um den Ho-Chi-Minh-Pfad der Widerstandskämpfer zu zerstören (logistisches Netz aus Strassen und Verkehrssystemen, das u.a. während des Vietnamkriegs benutzt wurde). 580’000 Bombenmissionen wurden während dem Vietnamkrieg von den Amerikanern durchgeführt: 9 Jahre lang im Schnitt jede 8. Minute eine Mission. Zudem wüteten im Norden mehrere Bürgerkriege. Die Rebellengruppen wurden u.a. von den Amerikanern bezahlt und mit Waffen versorgt. Rund 30% aller Bomben sind nicht explodiert und liegen teilweise bis heute irgendwo herum. 25% aller Dörfer in Laos sind noch kontaminiert. Über 20’000 Menschen wurden nach dem Krieg durch solche Blindgänger getötet oder verletzt. 

 

Auch Kambodscha war betroffen von den Bombardierungen, da der Ho-Chi-Minh-Trail auch durch Kambodscha führte. Zudem wütete in den 70er Jahren die Rote Khmer - eine kommunistische Militärherrschaft unter der Führung von Pol Pot. 1.5 Millionen Menschen (rund 20% der Gesamtbevölkerung) starben unter seiner Herrschaft. Insbesondere Intellektuelle, Mönche, Lehrer und Studenten wurden ermordet. Kambodscha sollte eine perfekte kommunistische Gesellschaft aus Reisbauern werden. Die Vietnamesen vertrieben die rote Khmer bei ihrem Einmarsch 1979 in die nördlichen Provinzen. Ruhe und Frieden kehrte aber erst nach dem Tod Pol Pots  (1998) ein. 

Das Museum von Aki Ra in Siem Reap erzählt die Geschichte des ehemaligen Kindersoldaten, der selbst jahrelang Landminen gelegt hat. Aufgewachsen ohne Eltern, hat er mit 10 Jahren seine erste Waffe erhalten. Er kämpfte zuerst für die rote Khmer und später für die Vietnamesen. Er erzählt, wie er als Kindersoldat im Wald gejagt hat. Dort traf er auf andere Kindersoldaten. Sie jagten zusammen, spielten zusammen und am nächsten Tag töteten sie einander... das war Alltag für Aki Ra, er kannte nichts anderes. Nach dem Krieg arbeitete er für die UNTAC (Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen in Kambodscha) und lernte dort, wie Landminen entschärft werden können. Seither hat er über 50’000 Minen geräumt, davon rund 10’000 mit blossen Händen - mit Stöcken und Messer, ohne jegliche Schutzmassnahmen. Aki Ra hat die Organisation Cambodian Self Helping Demining gegründet zwei Museen aufgebaut und unterstützt mit dem Erlös die Räumungsarbeiten und den Aufbau von Schulen. In seinen Zentrum in Siem Reap sorgt er zudem für Kinder mit einer Behinderung, gibt ihnen ein Zuhause und bildet sie aus. 

 

Wir haben in Laos die beiden Organisationen Cope und MAG besucht und in Kambodscha das Landminenmuseum von Aki Ra. Spenden sind bei allen drei Organisationen willkommen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia (Freitag, 03 August 2018 13:07)

    Bei cope kann man auch coole weihnachtsgeschenke kaufen!